Vor hundert Jahren… 2 Trauungen in der Hoffnungsgemeinde

Wasmuths Monatshefte für Baukunst und Städtebau
Wasmuths Monatshefte für Baukunst und Städtebau

Viele Hochzeiten werden im Frühling gefeiert. Der Mai mit seinen angenehmen Temperaturen, dem frischen Grün an Bäumen und Sträuchern, dem Vogelgezwitscher und dem immer länger werdenden Tage lädt besonders zu fröhlichen Feiern ein. Doch der fortdauernde Krieg ließ nur wenige daran denken. Auch in der Hoffnungsgemeinde war der Kriegsalltag vorherrschend und so gaben sich im Mai 1917 nur zwei Paare vor Pfarrer Jungklaus das Ja-Wort.

Am 23.5.1917 heiratete der 25-jährige Unteroffizier Heinrich Bramoers seine 30-jährige Braut, Martha Suchland, in der Hoffnungskirche. Für beide Partner war es die erste Ehe. Martha Suchland stammte aus einer Pankower Gastwirt-Familie. Die Familie hatte bereits 1888 eine Gaststätte in der Damerowstraße in Pankow. Der Vater betrieb nun seine Gastwirtschaft in der Florastraße 35, im Eckhaus Florastraße/Mühlenstraße, wo heute die Paulus-Gemeinde Pankow ihre Räume bezogen hat.

Nicht nur an dieser Ecke gab es eine Gaststätte. Zu dieser Zeit waren zahlreiche Gastwirtschaften in der Florastraße und den benachbarten Straßen geöffnet. Daneben waren kleinere Metallbaubetriebe, eine Eisengießerei, verschiedenes Handwerk, Gärtnereien, Kaffee- und Lebensmittelläden, eine Buch- und Landkartenhandlung u.a. in der Florastraße ansässig.

Die Florastraße wurde Ende des 19.Jahrhunderts als eine der Verbindungsstraßen zwischen dem östlichen und dem westlichen Pankow angelegt und über Jahre in verschiedenen Bauabschnitten fertiggestellt. Ihren Namen erhielt sie um 1892 und weist damit zugleich auf die dort früher befindlichen Gärtnereien und Blumenfelder hin.

Pfarrer Jungklaus traute am 31.5.1917 ein weiteres Paar. Die Trauung fand jedoch nicht in der Hoffnungskirche statt, sondern in der Garnisonskirche. Der 27-jährige evangelische Telegrafist Karl Wilhelm Hermann Hein heiratete dort seine 25-jährige katholische Braut Emma Hadwig Bartsch.

Beide Trauungen wurden in das Kirchenbuch eingetragen. (CB)