Vor hundert Jahren … Front oder Fußball

Im Sommer 1917 endete die Berliner Fußballmeisterschaft 1916/17.

Den Kriegsleiden zum Trotz wurden in Berlin, anders als Deutschlandweit, zwischen den Jahren 1914 bis 1918 weiterhin Fußballmeisterschaften ausgetragen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges waren in und um Berlin 183 Fußballvereine gemeldet. Ein Großteil der rund 18.000 aktiven Fußballer wurde an die Front geschickt, wodurch die meisten Vereine an akuter Personalnot litten. Interessanter Weise wurde trotzdem 1917 die Berliner Liga von 10 auf 18 Vereine aufgestockt, wodurch es in der Saison 1916/17 keine Absteiger gab.

Die Saison war geprägt von einem spannenden Zweikampf zwischen BFC Hertha 1892 und SC Union Oberschöneweide um den Titel. Am Ende sicherte sich BFC Hertha 1892 (heute Hertha BSC) mit nur einem Punkt Vorsprung die Meisterschaft. Titelverteidiger BFuFC Victoria (heute BFC Victoria 1899) landete mit großem Abstand zum Führungsduo auf dem dritten Platz.

Obwohl es durchaus beeindruckend ist, während eines Krieges den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, wird den sogenannten Kriegsmeisterschaften eine eher geringe Bedeutung zugeteilt. Dafür waren zu viele Spieler als Soldaten an der Front.

Vielleicht haben auch einige Gemeindemitglieder Spiele von BFC Hertha 1892 besucht, da sie nicht wie heute in Charlottenburg spielten sondern am Gesundbrunnen in der Bellermannstraße und sich Hertha auch während des Krieges großer Beliebtheit erfreute. (Ferdinand Bourcevet)