…. vor hundert Jahren: Konfirmation in der Hoffnungskirche von 136 Jugendlichen

An einem Donnerstag im September, kurz vor dem Erntedankfest, waren besonders viele Menschen in die Hoffnungskirche gekommen. Es herrschte große Aufregung und Stimmengewirr summte durch den Raum. Viele festlich gekleidete Familien warteten auf den Einzug von 30 Jungen und 27 Mädchen, die an diesem 27. September konfimiert werden sollten.

Endlich war es soweit. Die Orgel setzte ein und angeführt von Pfarrer Simon zog ein eindrucksvoller Zug von Konfirmanden durch das Eingangsportal in die Brauthalle bis in die vorderen Kirchenbänke.

Mitten unter ihnen befanden sich die drei Mädchen der Familie Luck. Die älteste Schwester Erna war fast 18 Jahre alt, die Jüngste der Schwestern war, wie die meisten der Konfirmandinnen, 14 Jahre alt. Die Familie Luck hatte vermutlich mit der Konfirmation der drei Schwestern so lange gewartet, bis auch die Jüngste konfirmiert werden konnte. Die Mädchen hatte einen Altersabstand von ca. zwei Jahren. So lag es nahe die Schwestern gemeinsam konfirmieren zu lassen und ein großes Familienfest in diesen schweren Zeiten zu feiern.

Einen Tag später, am 28. September, wurde erneut Konfirmation in der Hoffnungskirche gefeiert. Diesmal war es Pfarrer Jungklaus, der die 36 Jungen und 26 Mädchen anführte. Das Zwillingsschwesternpaar Elsbeth Josephine und Margarethe Wilhelmine Bandit, die beide 14 Jahre alt waren, waren darunter.

Auch Johanna Kerkow ließ sich in der Hoffnungskirche konfirmieren. Sie war die Tochter des Landwirtes Karl Otto Kerkow aus Karow und zumindest weitläufig mit der bekannten Karower Kerkow-Familie verwandt. Warum sie sich von Pfarrer Jungklaus konfirmieren ließ ist nicht mehr bekannt. Nur das große Unglück der Familie, das völlige Ausbrennen ihrer Scheune 1912, das die Karower Feuerwehr nicht mehr verhindern konnte, läßt sich noch zurückverfolgen. Vermutlich hatte jedoch Beides nichts miteinander zu tun. (CB)