Tuberkulose und andere Atemwegserkrankungen

Lungenentzündung und Tuberkulose waren sehr verbreitet und eine der häufigsten Todesursachen in der Hoffnungsgemeinde. In den ersten Monaten des Jahres 1917 starben daran 24 Gemeindemitglieder. Der Kriegswinter brachte eine immer enger werdende Versorgungslage und so erkrankten vor allem die Ärmeren, die in engen und dunklen Wohnungen wohnten und wenig zu essen hatten. Auch Kinder und Ältere waren häufig betroffen.

Es war allgemein bekannt, dass feuchte und dunkle Wohnungen und unzureichende Ernährung eine der Ursachen für die große Verbreitung von Tuberkulose waren. Darauf wiesen die Ärzte in den medizinischen Zeitschriften und auf den deutschen und internationalen Ärzte-Kongressen, wie dem Internationalen Tuberkulose-Congress, hin. Sie warnten vor schlechten Arbeits- und Wohnbedingungen.

In unserem Gemeindegebiet berücksichtigte man dies beim Bau der neuen Häuser, mehrere Hinterhöfe gab es nicht mehr. Stattdessen wurden viele der neuen Wohnhäuser nach dem Ersten Weltkrieg mit genügend Platz und Licht, mit großen grünen Hinterhöfen und teilweise mit Gärten, statt engen Höfen, ausgestattet z.B. in der Lindenallee (später Elsa-Brändström-Straße) oder der Vinetastraße.

Neujahr 1917

Wieder begann ein neues Jahr im Kriegszustand. Viele Männer lagen in kalten Schützengräben oder Lazaretten fern ihrer Familien und sehnten den Sieg oder Frieden herbei.

Hier, in Berlin-Pankow in der Hoffnungsgemeinde, wurde so gut es ging das gemeindliche Leben aufrecht erhalten. So wurden im Januar acht Kinder im Alter von 1-3 Jahren von den Pfarrern Jungklaus und Simon getauft. Sechs kirchliche Trauungen fanden in der Hoffnungskirche statt, vier der frisch getrauten Ehemänner waren Soldaten. Unter den Neuvermählten befanden sich auch zwei Paare, bei denen alle bereits schon einmal verheiratet waren und nun erneut getraut wurden. Sie hatten noch nicht das 30. Lebensjahr erreicht und vermutlich schon ihren ersten Ehepartner verloren.